chwer atmend stand ich neben der Leiche des Kultisten und lauschte angespannt, ob man mich entdeckt hatte. Nach mehreren Wochen in der Wüste war das allgegenwärtige Summen der verschiedenen Schwärme fast komplett mit der allgemeinen Geräuschkulisse verschmolzen – jedoch nur fast. Meine Nerven waren von dem konstanten Sirren immer noch angekratzt. Ich trat vorsichtig aus meiner Deckung hinter dem Kristall hervor und blickte hinüber zum Lager am Fuß des Hügels. Es gab kein Anzeichen, dass ich verfolgt wurde. Die Patrouillen gingen weiter ihre Runden, ihre Augen immer auf die Dünen gerichtet. Ihre Aufgabe war es, die Steinrufer vor Angreifern zu beschützen, während sie ihre unaussprechlichen
Beschwörungsformeln um die schwebenden Steine versammelt in die Finsternis riefen. Niemand hatte etwas von dem Handgemenge mitbekommen. Ich lehnte mich gegen den Kristall, fühlte seine Wärme durch meinen Umhang hindurch, und gönnte mir eine kurze Verschnaufpause. Diese ganze Expedition war von Anfang an seltsam gewesen, und die derzeitige Mission hatte das ihre dazu beigetragen, meine Nerven blank zu legen.
Ich kniete mich neben dem gefallenen Orc hin und entleerte seinen Geldbeutel, während ich mir die letzten Ereignisse durch den Kopf gehen ließ. Der Zirkel des Cenarius hatte mich vor einigen Wochen nach Silithus beordert, und ich war ihrem Aufruf als pflichtbewusster Druide gefolgt. So ritt ich auf meinem treuen Kodo hinab zu den wehenden Sanden im Südwesten Kalimdors. Ich war ein erfahrener Abenteurer; sicherlich konnten die Sande nichts ausspucken, womit ich nicht fertig werden würde.
Es war kein Geheimnis, dass die Druiden wegen der Silithiden besorgt waren, fremdartiger Kreaturen, die langsam aber sicher den ganzen Kontinent zu überrennen drohten, und ich teilte ihre Sorge. Diese Kreaturen waren irgendwie... unnatürlich, fast wie eine schleichende Fäulnis des Landes. Ich war bereit, alles dafür zu tun, ihren Ursprung ausfindig zu machen, auch wenn das bedeutete, in diese staubige, ausgetrocknete Ödnis zu reisen.
Eines führte zum anderen, wie es das immer tut, und nun arbeitete ich gegen die Anhänger des Schattenhammers. Ich betrachtete das Gewand des Orcs, eingefärbt in das vertraute dunkle Violett, das die Kultisten der Tiefschwarzen Grotte und den Verliesen der Abgründe des Schwarzfels trugen. Das Lebenslicht dieses Fanatikers war bereits vor einiger Zeit erloschen, aber seine Züge trugen noch immer die irre Fratze der fehlgeleiteten Hingabe an ein unaussprechliches Ziel. Ein Schauer lief mir den Rücken hinunter. Wenn auch nur die Hälfte dessen stimmte, was ich über die Pläne des Kults gehört hatte, mussten sie um jeden Preis gestoppt werden.
Ich wäre beinahe wieder abgereist, als ich meine derzeitige Aufgabe erhalten hatte. Der Plan war irrsinnig, und ich wünschte mir, wieder nach Mulgore zurückzukehren und diesen Wahnsinn in der Wüste zurückzulassen. Aber damit würde ich dem Orden den Rücken zukehren, dem ich meine ewige Treue geschworen hatte. Das würde ich mir niemals verzeihen. Zähneknirschend löste ich mit meinen klobigen Fingern den Knoten, der das Kopftuch des Orcs hielt, immer darauf bedacht, das Tuch nicht zu beschädigen. Der Knoten war zwar fest zugezogen, doch nach einer Weile gab er nach, und das Kopftuch kam frei. So leise wie möglich zog ich ihm seine Robe und seinen Mantel aus und löste die Befestigung meiner eigenen Rüstung. Meinen Atem anhaltend zwängte ich mich vorsichtig in die Robe – der Kultist war zwar sehr groß für sein Volk, aber immer noch ein Winzling im Vergleich zu einem Kind Mulgores wie mir selbst. Ich wand das Kopftuch um meine Hörner und versuchte den Gedanken daran zu verdrängen, wie albern ich im Moment wohl aussah.
„Das ist Wahnsinn.“ Murmelte ich mir selbst zu. „Ich werde mir dabei noch das Fell verbrennen.“
Ich blickte wieder hinter dem Kristall hervor. Trotz meiner Verkleidung würden die Kultisten mit Sicherheit einen Fremden in ihren Reihen erkennen, zudem einen uncharakteristisch behaarten, schwerfälligen und behörnten Fremden. Ich musste ihren Patrouillen so weit es ging aus dem Weg gehen. Ich schloss meine Augen. Das Bild einer vertrauten Gestalt erschien vor meinem inneren Auge – schlank und behörnt, aber mit gestreiftem statt gepunktetem Fell. Meine Gestalt begann zu fließen, Muskeln und Knochen nahmen eine neue Form an, eine, die sich leicht der Entdeckung entziehen konnte.
Ich pirschte um den Kristall und wartete auf eine günstige Gelegenheit. Die Patrouille ging an mir vorbei, und es war ein Leichtes, unbemerkt hinter dem hammerschwingenden Verlassenen herzuschleichen. Auf vorsichtigen Tatzen arbeitete ich mich geschickt durch die Reihen der Kultisten hindurch – mein Ziel lag im Zentrum des Lagers, und ein einziger Fehltritt würde ein sehr schmerzliches Versagen nach sich ziehen. Vorsichtig kroch ich um das seltsame blaue Feuer, das die Fanatiker entzündet hatten. Endlich stand ich vor dem Altar – und dem Gegenstand, den ich gesucht hatte. Ich hoffte inständig, dass ich weit genug von den Kultisten weg war, dass meine Tarnung nicht auffliegen würde. Ich wechselte so schnell ich konnte in meine eigene Gestalt zurück, meine Verkleidung zum Glück unversehrt.
Der Stein lag vor mir, ein kleiner Obelisk, der über seinem Sockel schwebte. Ich konnte jetzt keinen Rückzieher machen; meine Aufgabe weiter zu verzögern würde Entdeckung und den sicheren Tod bedeuten. Ich schloss meine Augen und legte meine Hände auf den Windstein.
Eine Lanze aus sengendem Schmerz durchbohrte meinen Körper...
Willkommen in Silithus

ralte Mächte erwachen im Herz der Ödnis von Silithus – Mächte, die seit tausenden von Jahren im Verborgenen lagen. Wenn der nächste Patch veröffentlicht wird, werden Abenteurer eine Fäulnis bemerken, die sich in Silithus eingeschlichen hat. Das Gebiet wurde überarbeitet und ist nun ein zentraler Questknotenpunkt, dessen abenteuerliche Quests Spieler in die Tiefen und jenseits der Grenzen von Silithus führen werden. Das Redesign des Gebiets beinhaltet hochstufige Questgegenden für Einzelspieler, Fünfergruppen und kleine Schlachtgruppen. Es gibt in Silithus jede Menge wiederholbare Quests und Bossmonster, die Gelegenheitsspielern eine Alternative zu Schlachtzugsdungeons bieten.
- Neue Hintergrundgeschichten, die durch brandneue Questreihen entschlüsselt werden!
- Neue Spielinhalte für Einzelspieler, Gruppen und Schlachtzugsgruppen, die sich dem Schattenhammerkult und seinen elementaren Meistern entgegenstellen wollen!
- Burg Cenarius – ein brandneuer Questknotenpunkt für Allianz und Horde!
- Wiederholbare Quests, mit denen Spieler ihren Ruf beim Zirkel des Cenarius verbessern können!
- Neue Friedhöfe und Flugrouten für beide Fraktionen!