Patrick Frisch: Fuzztoons

Viele Spieler verbringen ein paar Stunden mit Rollenspielen und sind damit voll und ganz zufrieden. Andere investieren ein wenig mehr, treffen neue Freunde während des Spielens und bilden Gruppen, um dabei noch mehr Spaß zu haben. Der Künstler Patrick, den wir euch in unserem Spotlight vorstellen möchten, geht sogar noch einen Schritt weiter, indem er die unvergesslichen Momente, die er mit seinen Freunden verbracht hat, auf eine ganz besondere Weise festhält und somit viele andere Leser zum Lachen bringt. Freut euch auf seine verrückten und politisch inkorrekten Charaktere: die Fuzztoons!

 

Hi Patrick, könntest du dich kurz vorstellen?

Na ja... Hallo, ich heiße Patrick. Eigentlich wurde ich in Österreich geboren, aber momentan lebe ich in Zaragoza, Spanien. Ich habe seit meinem sechzehnten Lebensjahr Rollenspiele gespielt und so ziemlich jedes Spiel ausprobiert. Ich mag besonders gern Spiele, in denen man mit anderen interagieren kann und kaufe fast nur Titel für Mehrspieler. Vor kurzem habe ich begonnen als professioneller Künstler zu arbeiten. Ich gehe zu fast jeder Comic-Veranstaltung, um dort meine Arbeit vorzustellen und einige meiner Ausgaben für meine Leser zu signieren. Ich beschreibe mich gerne als “grafischer Terrorist”.

Wie hast du von World of Warcraft erfahren? Wie viele Charaktere spielst du?

Ich bin schon seit der Veröffentlichung von Diablo I ein großer Blizzard-Fan. Es war schon immer meine Lieblings-Spielefirma, aber zu Beginn war ich nicht wirklich bereit, die monatliche Gebühr zu zahlen, hahaha… bis mir bewusst geworden ist, dass ein Abonnement eigentlich billiger ist als ein paar Drinks in einer Bar. Also habe ich mich entschieden, das Spiel zu kaufen. Ich musste einfach ein Online-Rollenspiel ausprobieren, da es immer schwieriger wurde, Leute für “Pen and Paper”-Rollenspiele zu finden – was ziemlich normal ist, wenn deine Freunde anfangen zu arbeiten, heiraten und all das. Ich spiele World of Warcraft seit mehr als zwei Jahren und habe acht Charaktere auf Seiten der Horde, alle davon auf einem englischen Realm. Meine Freunde, meine Freundin und ich sind in derselben Gilde, deren Gildenmeister ich bin: The Pompetukens!

Was für eine Art von Comics zeichnest du?

Fankunst-Wettbewerbe

Patrick ist für seine großartigen Beiträge bei vielen unserer Fankunst-Wettbewerbe bekannt.

"Ich fühle mich wirklich geehrt. Es ist schon komisch… ich hatte am ersten Wettbewerb von Blizzard teilgenommen, weil meine Freundin mich dazu ermutigt hatte (das war erste Wettbewerb, in dem ich einen der Hauptpreise gewonnen hatte). Na ja, ich wollte meiner Freundin etwas als Geschenk zeichnen und so kam ich dazu, an einem Bild mit unseren Charakteren aus dem Spiel zu arbeiten. Ich hätte nie erwartet, dass ich gewinnen würde, wirklich, es war also eine echte Überraschung für mich. Im Anschluss daran habe ich an noch vielen weiteren Wettbewerben von Blizzard teilgenommen."


Ich habe damit angefangen, alle möglichen Arten von Comics zu zeichnen, aber alle hatten einen gemeinsamen Nenner: Humor. Auf diese Weise wird mir beim Zeichnen nie langweilig. Meine bekanntesten Charaktere sind die Fuzztoons, eine Gruppe von Freunden, deren Abenteuer aus unterschiedlichen Rollenspielen in meinen Comics auftauchen. In jedem dieser Comics parodierte ich die Spiele, die uns am besten gefallen und am meisten gefesselt hatten, wie zum Beispiel Herr der Ringe, Mordheim, Diablo I und II, Warhammer, Dungeon Keeper, etc.

Mein jüngstes Projekt ist "World of Fuzztoons", in dem sich meine Freunde in World of Warcraft auf Reisen begeben. Es ist das erste Mal, dass ein Comic nicht ausreichte, um alle unsere Erlebnisse aus dem Spiel zu erzählen. Ich musste unsere Abenteuer also über mehrere Ausgaben verteilen. In "The Curse of Dexterming" reisen die Fuzztoons von "Earth in the Middle" (der “Erde in der Mitte”) nach “Azkeroth”, und in der zweiten Ausgabe, "Party in Zul Farrak", besuchen die Fuzztoons einen meiner Lieblingsdungeons und absolvieren dabei eine bemerkenswerte Aufgabe voller Chaos und der Zerstörung. Blut und Horror mit einer guten Prise Humor waren schon immer mein Ding. Momentan arbeite ich an “The Vengeance of the Chachipirulis”, es handelt von einer Allianzgilde, die sich meinen Freunden stellen muss.


Wie hast du mit dem Zeichnen angefangen? Haben dich andere Künstler beeinflusst?

Nun ja, der Beginn meiner Karriere war etwas merkwürdig… man könnte sagen, dass ich nichts mit meinem Leben anzufangen wusste, als ich 19 Jahre alt war. Das Einzige, mit dem ich mich gut auskannte, waren Rollenspiele, da ich wirklich alle meiner Spiele beherrschte. Zu dieser Zeit hörte ich viel “Rockabilly” und “Garage” und entdeckte in dem Laden, in dem ich für gewöhnlich meine Platten kaufte, einige blutrünstige und bizarre Comics. Das war der Moment, in dem mir auffiel, dass es neben lustigen Comics und Superhelden auch noch viele andere Stile gab. Der Künstler, der mich am meisten beeinflusst hat, ist in dieser Hinsicht Ladrón. Von diesem Zeitpunkt an begann ich, alle meine Geschichten zu zeichnen, ohne irgendwelche Zeichenkurse oder Ähnliches zu besuchen. Später entdeckte ich einen weiteren Künstler, der mich wirklich geprägt hat: Akira Toriyama (ganz besonders die Ausgaben von "Dr. Slump”). Ich fing an, ein “Fanmagazin” herauszugeben, es hieß "El Hombre Mosca" ("Der Fliegenmann") und wir schafften es, 22 Ausgaben davon zu veröffentlichten. Wir behandelten so ziemlich jedes Thema in diesem "Fanmagazin", ganz ohne irgendwelche Restriktionen. Die Redefreiheit war schon immer ein Schlüsselfaktor meiner Arbeit. Letztendlich kann man sagen, dass Rollenspiele eine wichtige Rolle in meinen Werken gespielt haben, da die Geschichten, die ich für meine Rollenspiele entworfen habe, in meine Comics mit eingeflossen sind.

Welche Techniken verwendest du? Nach welchem System gehst du bei deinem kreativen Prozess vor?

Bevor ich mit dem Zeichnen anfange, versuche ich stets eine gute Idee zu finden, auf der ich meine Arbeit aufbauen kann… das ist ziemlich wichtig für mich. Ich will, dass meine Comics und Illustrationen eine Geschichte, “Tiefe”, haben. Sobald alle Ideen erstmal da sind und zusammenpassen, ist der Rest ein Kinderspiel. Ich halte mich an die traditionelle Zeichentechnik mit einem Bleistift und verwende anschließend für die Silhouetten Tusche; für die abschließenden Details benutze ich den Computer. Normalerweise arbeite ich mit kleinen Formaten, für gewöhnlich A4 (auf diese Weise muss ich keine komplizierten Sachen mit meinem Scanner anstellen, hahaha…). Da ich erst ziemlich spät mit dem Zeichnen angefangen habe, entschied ich mich, “währenddessen” zu lernen. Ich bin es nicht gewohnt, erst mit vielen Entwürfen zu arbeiten (und die wenigen Skizzen, die ich anfertige, kann nur ich verstehen...).

Kennst du andere Künstler, deren Arbeiten mit World of Warcraft zu tun haben?

Nicht in Spanien, aber ich habe viele sehr gute und kreative Comics im Internet gelesen. Viele davon sollten auch auf Papier veröffentlicht werden.

Was sagst du zu den Illustrationen, die derzeit angeboten werden? Hast du einen Lieblingskünstler?

Ich bin nicht wirklich auf dem Laufenden, was außerhalb von Spanien los ist, allerdings weiß ich, dass Comics in Frankreich mit viel Sorgfalt und Engagement veröffentlicht werden. Als ich mich in einem österreichischen Shop umhörte, fand ich außerdem heraus, dass die meisten der dortigen Comic-Produktionen aus Deutschland stammen. In Spanien verhält es sich recht gut, es gibt pro Jahr mehr als zehn wichtige Veranstaltungen, die sich rund um Comics drehen – Mangas und Rollenspiele ausgenommen. Mittlerweile ist auch World of Warcraft auf diesen Events vertreten, und oft kann man dort Leute in WoW-Kostümen sehen. Am beeindruckensten fand ich einen Typen mit einer Verkleidung als… “Scharlachroter Kreuzzug”.

Welchen Ratschlag würdest du denjenigen geben, die mit dem Zeichnen beginnen möchten?

Na ja, ich würde ihnen sagen, dass jeder Traum wahr werden kann. Es ist lediglich eine Frage der Beharrlichkeit. Deine Familie wird es wahrscheinlich nicht verstehen, aber sie müssen einsehen, dass es viele Wege gibt, um Geld zu verdienen, und dass man dafür nicht unbedingt Anwalt oder Arzt werden muss.

Hast du Pläne für die Zukunft?

Ich habe immer gesagt, dass ich ein “jugendlicher Straftäter” sein möchte, wenn ich älter werde, haha… Okay, jetzt im Ernst, ich würde gerne noch weiter mit meinen Fuzztoon-Charakteren arbeiten, weil es mir wirklich Spaß macht, meine Freunde zu zeichnen und ich sie der allgemeinen Leserschaft vorstellen möchte. Das ist das beste Geschenk, das ich ihnen anbieten kann. Ich würde gerne eine Miniserie von 4-5 Ausgaben von “World of Fuzztoons" fertig stellen, bevor ich sie in die Scherbenwelt reisen lasse. Als ich eine Parodie von Diablo kreierte, war eine Ausgabe genug, um alles zu erzählen, aber das Beste an World of Warcraft ist, dass es zu viele Dinge zu berichten gibt- es ist eine endlose Abenteuerquelle.

Würdest du der World of Warcraft-Community zum Abschluss noch etwas mitteilen wollen?

Na los, Leute – levelt weiter!!!

Weitere Informationen...

Auf der offiziellen Webseite der Fuzztoons hält uns Patrick stets über deren Abenteuer auf dem Laufenden und informiert auch über die neusten Goodies, wie das neue Trading Card Game, die es diesbezüglich zu entdecken gibt.

USK